Nun versuche ich es mal mit einem Beitrag. Es ist schön, dass Frauke das Schreiben von unserer Homepage übernommen hat, daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern. Jetzt aber sind wir an einem Punkt, an dem ich dran bin.
Als Frauke am Etna Summit Trailhead mutig alleine losgelaufen ist, fühlte es sich für mich dramatisch an. Um meine Frau mache ich mir keine Sorgen. Das habe ich im Zusammenleben mit ihr gelernt. Auch die Trennung als solche war in dem Moment okay. Auch mal schön, für sich zu sein. Aber dass ich nicht weiterlaufen konnte, hat mich schon sehr gestört. Klar muss man die Grenzen seiner Möglichkeiten respektieren. Bisher bin ich aber nie dahin gekommen. Das, was ich mir vorgenommen habe, hat immer geklappt.
So bin ich jedenfalls sehr froh, dass Frauke das Wanderprojekt beendet hat.
Nun zurück zum Segeln.
Als ich die Walkabout in Mexiko an Land gestellt habe, hatten wir einen Hochseetörn hinter uns. Aber dennoch war klar, dass wir so nicht weiterfahren können. Nicht, wenn das Boot unser sicheres Zuhause für die nächsten Jahre bleiben soll. Die To-do-Liste ist lang und hat ein paar teure Punkte wie Sandstrahlen, Motor, Polster, Deckshaus und Genua dabei. Von der wochenlangen Arbeit mal ganz abgesehen. Daraus entstand die Idee, ein neues gebrauchtes Boot zu kaufen. Der Bootsmarkt ist günstig im Moment. So haben wir uns getrennt mit der Abmachung, dass ich mich umschaue, und wenn ein Boot richtig überzeugt, dann mal sehen. Nach zwei Besichtigungen war klar, dass es sehr schwer ist, genau das zu finden. Das letzte noch in Frage kommende hat dann aber gepasst. Die neue Walkabout ist eine Reinke S 11 Aluminium Bj. 2000, gebaut vom Jachtbau Rehberger.
Die Besichtigung ist schon ein Kapitel für sich. Das Boot lag in Kroatien und der Vorbesitzer wohnt in Bayern. Nachdem wir per Mail und telefonisch geklärt haben, ob eine Besichtigung in Frage kommt, kam der Vorschlag: Ich soll nach Bayern kommen und gemeinsam geht es dann zum Boot. Am verabredeten Tag, kaum dass ich beim Vorbesitzer war, kam die Meldung aus Kroatien, dass wir nicht wie geplant anreisen können, weil die Motorreparatur nicht abgeschlossen wurde. Somit wurde ich eingeladen, die drei Tage im Garten/Gästehaus zu bleiben.
Tagsüber war ich unterwegs in der herrlichen Berglandschaft. So habe ich ein sehr liebenswertes und gastfreundliches Paar kennengelernt. In den gemeinsamen Stunden habe ich mehr über das Boot erfahren, als sich mit einer „normalen“ Besichtigung zeigen würde. Und damit nicht genug, denn ich konnte nun ergänzende Ausrüstung nach Bayern schicken, um dann damit wieder zum Boot gebracht zu werden.
Somit haben mich die Vorbesitzer sehr dabei unterstützt, unser neues Boot startklar einzurichten. Wir haben eine neue Windsteueranlage montiert und ich habe ein AIS eingerichtet. Das Boot ist zwar sehr komplett und hochwertig ausgerüstet, aber nicht für Langfahrt. Am 1. September war es dann so weit. Nach einer herzlichen Verabschiedung bin ich auf Kurs SO in die Adria gestartet.
Wie zu erwarten mit wenig Wind. Ich bin ohne Stopp um Italien herum durch die Straße von Messina über das Tyrrhenische Meer. 10 Tage und 1019 Seemeilen später habe ich an der Stadtpier in Olbia auf Sardinien angelegt.
Die ie Leinen hat Hermann von der Pacifico angenommen. Was für ein Wiedersehen ! Der alte Salzbuckel ist weitgehend alleine um die Welt gesegelt. Kennengelernt haben wir uns in der Südsee vor 11 Jahren, und nun ist Sardinien sein Heimatrevier.
Aber es geht noch besser, denn Frauke ist dort aus den USA angereist. Auch wenn sich unsere Wege nochmal kurz trennen, war die Freude sehr, sehr groß und sie konnte sich etwas mit unserem neuen Zuhause vertraut machen.
Die kommende Woche haben wir in einer Ankerbucht verbracht, sind jeden Abend zu Gast auf der Pacifico gewesen. Nun ist Nils gelandet, um mich auf der nächsten Etappe zu begleiten, während Frauke wieder nach Deutschland geflogen ist. Wir machen uns nun auf den Weg nach Malaga, Spanien.
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