Wir haben unser Permit für eine Übernachtung im Saguaro National Park online gebucht und dafür pro Person 8,- Dollar bezahlt. Ebenfalls online haben wir ein Uber-Taxi für Montag um 10.00 Uhr bestellt, das uns zurück zum Trail bringen soll. Was hat die Menschheit bloß früher ohne Internet und Smartphone gemacht ?

Kaum 10 Minuten unterwegs, da liegt eine Klapperschlange vor uns im Sand. Ziemlich regungslos, als ob sie schläft. Wir verlassen den Trail und machen einen weiten Bogen um sie herum. Von der anderen Seite wagen wir uns etwas näher heran und werfen ein Steinchen. Ruckzuck erwacht die Schlange zum Leben. Sie krümmt sich, geht in Angriffsstellung und rasselt drohend. Nur eine halbe Stunde später hört Thomas erneut dieses typische Rasseln einer Klapperschlange im Gebüsch. Man sieht sie nicht, man hört sie nur. Auch hier machen wir respektvoll einen Schritt zur Seite und umgehen die Stelle, wo die Schlange sich versteckt hält.

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Nach 8 Kilometern erreichen wir die Autobahn, unter der ein ellenlanger Tunnel auf die andere Seite führt. Er wird "Schlangentunnel" genannt, und das nicht nur wegen seiner Länge. Wenn man von Norden nach Süden geht und sich am Ende umdreht, dann sieht man das gemalte Bild einer Schlange mit offenem Maul.

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Es ist und bleibt den ganzen Tag bedeckt und windig. Ideale Bedingungen zum Laufen. Unsere Rucksäcke drücken etwas, denn wir tragen nach unserem Einkauf in der Stadt eine Menge schweren Blödsinn mit uns herum. Hartgekochte Eier, Obst, Käse, Muffins. Lauter Sachen, die wir nach einem Hotel-Aufenthalt "übrig" haben, bzw. nicht geschafft haben zu essen und die jetzt zusätzliches Gewicht bedeuten. Dazu kommt noch das Wasser für die nächsten 10 Kilometer. Am Zimmerman Trailhead gibt es einen Metallschrank, der gut gefüllt mit Kanistern ist. Nach der Pause laufen wir durch das Naturschutzgebiet Las Cienegas. Ein kleiner Bach fließt dort, aber der ist nur noch ein müdes Rinnsal. Weiter geht es unter einer Eisenbahn-Brücke hindurch, und von jetzt an nur noch aufwärts. Es sind 120 Kilometer und 4800 Höhenmeter Aufstieg bis zu unserem nächsten Ziel Summerhaven. In der Nähe eines verlassenen Feldweges entdecken wir einen Auto-Friedhof. Mehrere Fahrzeuge wurden hier abgestellt, um in der Landschaft zu verrotten. Thomas inspiziert einen verrosteten LKW näher, klettert hinauf, und sehr zu seiner Freude lässt sich die Fahrertür öffnen.

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Wir wandern durch den Colossal Cave Mountain Park. Hier gibt es zahlreiche Wanderwege von unterschiedlicher Länge, und auch der Arizona Trail verläuft mitten hindurch. Die Kakteen werden immer größer. Kerzengerade wie Soldaten recken sich die stacheligen Gesellen in die Höhe.

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La Sevilla Picknickplatz ist unser nächstes Ziel. Tische und Bänke, Wasser, Toiletten und Mülleimer. Was will man mehr ? Kochen müssen wir heute gar nicht. Genug gegessen in der Stadt, und wir haben noch so viel Zeug im Rucksack, was weg muss. Ein Schild warnt vor giftigen Schlangen. An der Wasserstelle tummeln sich zahlreiche durstige Bienen. Es ist erst 17.00 Uhr, zu früh, um Feierabend zu machen. Wir füllen alle Flaschen und tragen unser Kaffeewasser noch 4 Kilometer weiter. Neben einem einzeln stehenden Kaktus finden wir einen geraden Platz für's Zelt. Sehr schön, wieder unterwegs zu sein !

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Der Wecker klingelt um 5.00 Uhr. Wir haben 1500 Höhenmeter Aufstieg vor uns, da fängt man besser früh an. Um Viertel nach 6 ist es noch schön kühl, das wird sich bereits in einer Stunde ändern. Wir marschieren auf weichem Sandweg durch Wälder von Kakteen. Sie zu zählen ist mit dem Zählen eines Vogelschwarms vergleichbar. Der Saguaro National Park beherbergt die größte Sammlung riesiger Saguaro-Kakteen, nämlich unglaubliche 1,6 Millionen. Das Durchschnittsalter der Pflanzen beträgt 150 Jahre, aber sie können bis zu 200 Jahren alt werden. Ein Arm braucht Jahrzehnte, um zu wachsen. Erste Pause machen wir am Rincon Creek, wo es gutes Wasser und einen Sitzplatz im Schatten gibt. Am gegenüberliegenden Ufer flattert ein hellgrüner Kolibri durch die Büsche. 

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Vor uns liegen die Rincon Mountains. Der Arizona Trail steigt ordentlich an bis auf 2700 Meter und überquert diese Bergkette. Für uns heute in der Mittagshitze ziemlich schweißtreibend. Ein Vogel mit knallrotem Gefieder und einer Haube auf dem Kopf sticht ins Auge. Roter Kardinal - auffälliger geht es nicht in diesem trockenen Gelände aus brauner Erde und grünen Kakteen. Das nächste Wasser kommt aus einem fast versiegten Bach. Es fließt nichts mehr. Ein paar Pfützen stehen noch zwischen den Felsen, darin ist allerlei Leben von Insekten. Weiter geht's mit steilem Aufstieg durch die felsige Wüstenlandschaft.

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Grass Shack Campground und Manning Camp sind die beiden einzigen Plätze, an denen das Übernachten für AZT-Hiker gestattet ist. Wir haben uns den zweiten für's Nachtlager ausgesucht. Ab 16.00 Uhr sind das noch 6,5 Kilometer und über 1000 Höhenmeter. Ruhig und friedlich ist es auf dem Arizona Trail. Gestern und heute haben wir wieder keine anderen Wanderer getroffen, anscheinend sind wir alleine unterwegs. Das Terrain wird immer wilder, die Spur ist manchmal kaum zu erkennen. Ab und zu markieren Steinmännchen den weiteren Verlauf. Winzig kleine Fliegen oder Mücken schwirren um unsere Köpfe herum und nerven. Sie fliegen in die Augen, in die Nase, krabbeln in die Ohren und werden manchmal auch verschluckt. Ein Nagetier mit hellgrauem Fell und riesigen schwarzen Knopfaugen tummelt sich zwischen den Felsen. Deutlich größer als eine Maus oder Ratte. Das ist eine "Packrat" oder Buschratte. Eigentlich ganz niedlich. Der Aufstieg dauert gefühlt ewig. Thomas bringt es auf den Punkt : " Wie kann man so viel Aufstieg in 4 Meilen packen ?!? " Wasser müssen wir auch noch holen, das gibt's an einem Reitstall in einiger Entfernung. Es wird spät. Kochen im Dunkeln bei sternenklarem Himmel. Manning Camp befindet sich auf 2440 Meter Höhe. Kalt hier oben. Keine Kakteen mehr, die haben wir unter uns gelassen. Dafür wachsen kleine Kiefern und verschiedene Arten von Laubbäumen. Dies ist unser erster Zeltplatz im Wald. 12 Stunden unterwegs, 30 Kilometer geschafft und nur noch Pudding in den Beinen.

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Kühle Nacht, man musste sich den Schlafsack ganz bis über die Ohren ziehen. Das Wasser schmeckt nicht. Der Kaffee schmeckt auch nicht, deswegen trinken wir nur eine Tasse. Vom Camp aus geht es zunächst eine Stunde weiter bergauf. Bereits um 7.30 Uhr stehen wir auf dem Gipfel des Mica Mountain, mit 2642 Metern der höchste Punkt in den Rincon Mountains. Nicht spektakulär, keine besondere Aussicht. Aber die bekommen wir etwas später. Von nun an laufen wir bergab. Der schmale Pfad geht immer am äußersten Rand der Felsen entlang. Wir genießen diese Klippenwanderung mit tollen Ausblicken nach allen Seiten. Und weiter geht es nach unten. Alles das, was wir gestern Nachmittag mühsam nach oben gestiegen sind.

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Das Wasser an der Italian Spring enttäuscht zunächst. Es sieht aus wie ein kleiner Tümpel, in dem nichts mehr fließt. Allerlei Zeug drin, welches beim Schöpfen in unsere Flaschen gerät. Thomas gießt das Wasser durch ein Tuch und filtert damit die Stöckchen, Blätter und Insekten heraus. Danach ist es wunderbar klar und kalt. Zwei Stunden später durchqueren wir einen Canyon und finden einige mit Wasser gefüllte Vertiefungen zwischen den Felsen. Viel besser als erwartet. Verdursten werden wir heute also wieder nicht.

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Wir verlassen den Nationalpark und die Rincon Mountains. Auf der Nordseite der Berge sehen wir nicht einen einzigen Saguaro-Kaktus. Je weiter wir absteigen, umso offener wird das Gelände und erinnert jetzt wieder mehr an Viehweiden. Brutal heiß ist es während der Mittagsstunden. Ein Hase hoppelt über's Feld, gleich dahinter springt ein mageres Eichhörnchen. Die Luft ist geschwängert mit Grashüpfern. Bis zu 3 Metern hoch springen sie überall um uns herum. Manchmal verfliegen sie sich, und es kommt zur Kollision. Einer hüpft mir direkt auf's rechte Auge. Das tut richtig weh, vielleicht verfärbt es sich auch. Unser nächstes Ziel ist die Redington Road. Der Trail kreuzt eine Sandpiste, an der es manchmal Trail Magic geben soll. Heute leider nicht für uns. Der Schrank ist voll mit leeren Kanistern. Weiter geht es auf dem Bellota Trail. Dort steht ein riesiger Tank, in dem Regenwasser gesammelt wird. Den hat die AZT Organisation extra für die Hiker aufgestellt. Kaltes Wasser und Schatten. Was für eine Wohltat !

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Die letzte Etappe bleibt geschmeidig, nur ein bisschen Auf und Ab. Morgen und übermorgen wird das anders aussehen, denn irgendwie müssen wir auf die Höhe vom Mount Lemmon kommen. Kühe stehen gelegentlich im Weg, machen aber bereitwillig Platz für uns. Früher Feierabend an einem ekelhaft brackigen Kuh-Teich. Daraus müssen wir unser Wasser für's Abendessen und für den Kaffee morgen früh schöpfen. Gefiltert ist es okay. "Gator" und sein Kumpel zelten ganz in der Nähe.

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Wecker um 4.00 Uhr. Wir haben 900 Höhenmeter Aufstieg vor uns und möchten die etwas kühleren Morgenstunden nutzen. Start um Viertel nach 5 mit Lampe, eine halbe Stunde später reicht das Licht der Morgendämmerung zum Laufen. Auch wenn man gerne noch länger schlafen würde, es macht Sinn, den Tag zeitig zu beginnen. Selbst zu dieser frühen Stunde umgibt einen manchmal eine warme Welle von Luft, je nach Hanglage. Bereits um 6.30 Uhr steigt die Sonne über die Berge, Hut und Kappe sind angesagt. Grandiose Morgenstimmung. Die Vögel zwitschern, ab und zu huscht ein Tier durch's Gebüsch. Wir kommen an einer Kuh mit ihrem neugeborenem Kälbchen vorbei. Das ist noch ganz frisch und unglaublich niedlich. Dieses Wunder der Natur fasziniert mich. Die Mutterkuh legt sich hin, presst das Junge auf die Welt, nun steht es da unter ihr und trinkt Milch. Alles ohne fremde Hilfe.

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Ein hoher Wassertank nebst Leiter direkt am Wegesrand, aber der ist leer. Knochentrocken. Wir möchten weiter bis zu einem Wasser-Depot, aber dafür müssen wir zuerst über einen Berg. Langer Anstieg, wir schwitzen jetzt schon. Auf der anderen Seite geht es wieder hinab bis zur Straße mit einem gut gefüllten Schrank. Alle unsere Behälter werden voll gemacht, die tragen wir ein kleines Stück weiter bis zum Molino Basin Trailhead. Am dortigen Campingplatz besetzen wir einen überdachten Picknicktisch und genießen unsere wohlverdiente Pause. Toiletten und Mülleimer gibt es auch. In den Laubbäumen um uns herum turnen bunte Mini-Vögel. Um Viertel nach 8 haben wir bereits 10 Kilometer auf der Logge und die Hälfte der Höhenmeter geschafft. Fühlt sich gut an.

Ein weiterer Berg will überklettert werden. Oben auf dem Sattel hat man einen wunderbaren Blick auf die Santa Catalina Mountains. Der Weg verläuft malerisch um die Hügel herum mit Blick auf eine grün bewachsene Schlucht. Es gibt wieder vereinzelte Saguaro-Kakteen. Eidechsen flitzen zwischen den Steinen herum. Wir sind tief abgestiegen und sind jetzt in einer anderen Klimazone. Ein älteres Ehepaar kommt uns entgegen, die machen einen Tagesausflug. Ungefähr 5 Minuten Unterhaltung mit den üblichen Fragen "woher" - "wohin" - "wie lange" ? Der Mann versucht seine Frau noch zurückzuhalten, aber es platzt aus ihr heraus : "Ich hoffe, ihr hasst uns nicht, weil wir so einen schrecklichen Präsidenten haben." Wir können sie beruhigen. Wir lieben dieses Land und die netten Menschen, die wir kennenlernen. Auf dem Trail gibt es kein Internet, keine Nachrichten und keine Politik.  Im Sycamore Canyon suchen wir vergeblich nach Wasser. Es muss vor kurzem noch da gewesen sein, jetzt ist da nur noch harter Schlamm. Zum Glück haben wir jeder einen Liter vom Campingplatz mitgenommen. Pause auf einer kleinen Sandinsel im trockenen Flussbett. Wir hören den Flügelschlag eines Kolibris. Der Winzling landet im Baum gegenüber, wo er sein Nest gebaut hat.  Danach geht es noch drei Stunden weiter, überwiegend bergab. Mehrmals ist es schwierig, dem schmalen Pfad zu folgen, denn der verliert sich hin und wieder zwischen den Felsen. Man hört weiter unten Wasser rauschen, sehr viel Wasser. Was für ein liebliches Geräusch ! Endlich finden wir den Abzweiger, der steil hinunter führt.

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Unser Abendziel ist Hutch's Pool, am Wochenende sehr beliebt bei den Einheimischen. Heute ist Donnerstag. Nur ein Paar im mittleren Alter hat den Weg hierher gefunden und sich weit abseits eingerichtet. Der Sabino Canyon teilt die Berge, und in dieser Schlucht fließt ganzjährig reichlich Wasser. Es läuft über Felsstufen und bildet unterschiedlich tiefe Pools aus. In denen kann man sogar baden. Das Hotel und damit die Dusche in Tucson ist schon ein paar Tage her, also hinein ins erstaunlich kalte Wasser. Fische verschiedener Größe schwimmen darin herum. Thomas sieht sogar eine Schildkröte. Es werden auch gleich noch zwei Kleidungsstücke ausgewaschen. Mehrere flache Stellen mit weißem Sand entlang des Ufers, so dass wir unser Zelt gleich am "Strand" aufbauen. Kleine Mücken suchen und finden uns bald. Schon früh liegen wir im Zelt und lauschen dem Zirpen der Grillen. Morgen wird ein harter Tag.

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Das gleiche Spiel wie gestern : Wecker um 4.00 Uhr, Viertel nach 5 sind wir unterwegs. Schon seit Beginn unserer Wanderung quält Thomas sich mit einem Hühnerauge am kleinen Zeh herum. Ganz schön lästig und oft sehr schmerzhaft in den dicken Wanderschuhen. Beim ersten Stadt-Aufenthalt haben wir in der Apotheke Pflaster mit Wirkstoff gekauft und mehrere Tage angewendet. Heute morgen wird das Hühnerauge nur noch doppelt gepolstert und scheint besser geworden zu sein. Das Wasser für die nächsten 15 Kilometer müssen wir mitnehmen. Der Ort Summerhaven am Fuße des Mount Lemmon ist unser Ziel. Bis dahin liegen heute noch 1700 Höhenmeter vor uns. Tief unten im Canyon haben wir etwas länger Schatten. Dann beginnt der lange Aufstieg. Pause nach 3 Stunden, wir haben schon 700 Höhenmeter geschafft. Am Abzweiger Romero Pass wenden wir uns nach rechts zum Lemmon Trail. Jetzt wird's steinig. So manches Mal muss ich die Hände zu Hilfe nehmen, das ist schon mehr Klettern als Wandern. Umgestürzte Bäume liegen quer über dem Pfad. Nicht schlimm, nur etwa 20 Stück zum Übersteigen. Nur erwähnenswert, weil wir das bisher überhaupt noch nicht hatten auf dem Arizona Trail. Das Aufräum-Kommando kommt wohl nicht so oft hier oben vorbei. Wir sehen eine kleine Echse, wie wir sie vom Gila River auf dem CDT kennen, die hässlichen Dinger mit dem stacheligen Panzer. Das ist eine Kurzhorn-Krötenechse. Etwas später noch einmal so ein Exemplar, nur diesmal viel größer. Und auch eine "normale" Echse steht Modell für's Foto.

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Weiter geht es über den Wilderness of Rocks Trail. Das ist eine Ebene aus glattem Gestein in luftiger Höhe. Rundgewaschene Felsformationen, wie wir sie aus den Sierras kennen, bieten  einzigartige Ausblicke in dieser Wüstenlandschaft. Wie hingewürfelt liegen die riesigen Felsbrocken in der Landschaft. Wegefindung ist nicht ganz einfach. Mehrmals verfransen wir uns, kommen leicht vom Trail ab und müssen die App zur Hilfe nehmen. Mount Lemmon ist mit rund 2800 Metern der höchste Berg im Santa Catalina-Gebirge. Dort befindet sich das südlichste Skigebiet der Vereinigten Staaten. Am Lemmon Creek gibt es frisches Wasser und eine lange Pause im Schatten. Nur noch 8 Kilometer mit 400 Höhenmetern Anstieg. Wir folgen eine Weile dem Verlauf des Lemmon Creek. Dieser kleine Strom plätschert noch erfreulich munter vor sich hin. Einige Überquerungen auf Trittsteinen, mal laufen wir auf der einen und mal auf der anderen Seite. Aber auch entlang des Ufers geht es hoch und wieder hinunter. Irgendwo müssen die vielen Höhenmeter des heutigen Tages ja herkommen.

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Ab dem Marshall Saddle gibt es eine Umleitung über den Mint Spring Trail. Summerhaven ist ein bekannter Ferienort mit offiziell 70 Einwohnern, dafür aber vielen Ferienhäusern. Noch einmal führt der Weg über einen Hügel. Das muss doch jetzt nicht mehr sein, es reicht langsam ! Vom Gipfel aus kommen die ersten bunten Häuser am Hang gegenüber in Sicht. Meine Güte, was sieht das spießig aus ! Wir möchten sowieso nicht lange bleiben, sondern nur einkaufen und weiter. Um 16.30 Uhr sind wir unten im Dorf. Im General Store kaufen wir für die nächsten 5 Tage ein. Dann suchen wir das einzige Restaurant im Dorf, wo es Internet geben soll. Bittere Enttäuschung -  das hat nur bis 17.00 Uhr geöffnet. Also gibt es nichts Leckeres zum Abendessen. Viel schlimmer ist aber, dass wir keine Steckdose haben, um die Handys und die Powerbank zu laden. Kein Strom für die nächste Etappe, das grenzt schon fast an eine Katastrophe. Wo wir schlafen, das wissen wir auch noch nicht. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als noch ein paar Kilometer aus dem Ort zu laufen und im Dunkeln irgendwo ein Fleckchen zu suchen.