Wir wachen um 6.30 Uhr bei 10° auf und sehen Schneefelder. Die Wiesen stehen unter Wasser, da wo es gerade erst weggetaut ist. Einige Pronghorn-Antilopen sind bereits unterwegs. Hier und da ein paar Rehe beim Morgenspaziergang und natürlich schwarze Kühe auf den Weiden. Die Straße führt über den Continental Divide, hier mit einer Höhe von 2300 Metern verzeichnet. Um Viertel vor 8 sind wir bereits in Rawlins und landen im Penny's Diner zum Frühstücken. Urig, aber nicht besonders sauber und schlechte Bedienung. Die Chefin hat einen Ton am Leib, dass einem Angst und Bange wird. Thomas hat's gut. Hauptsache Kaffee.

Rawlins ist eine hässliche Stadt mit viel Industrie und Baustellen. Es stinkt. Tag und Nacht rollt der Güterverkehr. Lange Züge mit unzähligen angehängten Loren transportieren ihre Fracht aus dem Kohle-Bergbau.
Nach dem Frühstück fahren wir ein Stück raus aus der Stadt und machen uns auf die Suche nach dem CDT. Wir möchten gerne eine ganz bestimmte Stelle am Wasserloch wiederfinden. Thomas macht die Bekanntschaft mit Kent und seinen Lamas. Der kennt den CDT, ist schon mehrere Teilstücke gewandert und daher genau der richtige Ansprechpartner. Kent fährt einen Geländewagen mit Vieh-Anhänger. Ich traue meinen Augen nicht, als mich zwei Lamas angucken. Tatsächlich läuft Kent nicht alleine, sondern benutzt seine Lamas auf dem Trail als Tragetiere.

Wir finden beinahe auf Anhieb den Teich, an dem 2017 die wilden Pferde zu uns kamen. Aber wie geht es von da aus weiter ? Kein Zeichen und keine Spur zu sehen. Also laufen wir ein bisschen planlos herum ( ohne Karte, ohne App ). Wir sehen zwei Pronghorn-Antilopen, etwas später sind es schon drei. Plötzlich entdecken wir die Silhouette eines Pferdes hinter einem Hügel. Kurz darauf folgen zwei weitere Mustangs. Ach, wie schön - es gibt sie also noch. Eilig haben die es nicht, sondern trotten gemächlich durch die Ebene.
Viele schmale Spuren, denen man folgen könnte, aber keine Anzeichen für den CDT. Schließlich rechnen wir uns aus, dass wir den Trail kreuzen müssen, wenn wir quer Richtung Straße gehen. Und richtig, Thomas findet einen umgefallen Markierungsstab mit CDT-Zeichen. Wahrscheinlich haben die Stangen und Markierungen über den Winter ordentlich gelitten und sind von Schnee und Stürmen teilweise zerstört worden. Die Crew der Freiwilligen ist noch gar nicht ausgerückt, weil es zu früh ist. Mitte Mai ist keine Hiker-Saison in Rawlins, weder von Süden noch von Norden. Für uns gelten gerade völlig andere Maßstäbe, weil wir mit dem Auto unterwegs sind. Eigentlich sind wir schon auf dem Rückweg, als wir in der Ferne zwei weitere Pferde erspähen. Nicht zum Anfassen, sondern weit weg. Trotzdem freuen wir uns darüber, auf unserem kleinen Ausflug sowohl den CDT als auch die wild lebenden Pferde gefunden zu haben.

Auch am nächsten Tag erkunden wir noch einmal die nähere Umgebung rings um Rawlins. Wir möchten auf den CDT und ein bisschen "Laufen" üben. Diesmal führt unser Spaziergang mitten durch Rinderherden. Jede Kuh hat 1-2 Kälbchen. Eigentlich hätten wir lieber die wilden Mustangs gefunden. Antilopen sehen wir heute mehr als gestern, die scheinen sich gut mit den Kühen zu vertragen.

Kurzhorn-Kröten sind hier zu Hause. Von insgesamt 21 Arten sind 15 in den USA zu finden. Einige dieser "Horned Lizard" kriechen vor unseren Füßen herum. Sie fallen durch ihr stacheliges Aussehen auf, obwohl sie farblich gut getarnt an die Landschaft angepasst sind.
Immer noch befinden wir uns auf der Continental Divide, das bedeutet hoch und kalt. Überall sind Antilopen zu sehen. Und dann haben wir endlich wilde Pferde. Gleich 5 Mustangs stehen ganz nahe an der Straße. Zum Glück schützt sie ein Zaun vor dem Highway. Vor uns liegt eine langgestreckte Bergkette mit farblich unterschiedlichen Gesteinsschichten, oben abgeflacht wie ein Tafelberg. Das ist die Green-River-Formation, die vor allem für ihre außergewöhnlich gut erhaltenen Fossilien bekannt ist.
Wir suchen den Wildpferde-Loop. Diese Schotterstraße verspricht die höchste Dichte wild lebender Mustangs. Der Himmel ist grau, dichte Wolken hängen tief und kommen immer näher. Aus dem Wagen heraus entdecken wir eine Herde von mehr als 20 Pferden, leider weit entfernt. Mehr nicht. Die haben sich irgendwohin verzogen. Das Wetter wird immer schlechter. Inzwischen sind wir eingekesselt von schwarzen Wolken. Die Temperatur geht hinunter auf 6° Celsius, dazu weht ein bissiger Wind. Die Straße voraus ist nass, da hat es kräftig geregnet. Da vergeht die Lust auf einen Spaziergang. Kurze Zeit später Regen auch für uns. Der Wagen könnte eine Wäsche vertragen, besonders der Unterboden wäre wichtig. Das wird wahrscheinlich klappen. Stundenlang hört es nicht mehr auf. Auto ist sauber, oben und unten.
Um 15.30 Uhr steht rechts neben dem Highway ein Schild : "Welcome to Utah". Mit dem neuen Bundesstaat ändert sich das Wetter. Es wird heller, der Regen stoppt, Temperatur steigt. Aber es gibt viel Schnee auf den Berggipfeln, Utah hat 15 Ski-Gebiete. Wir sind auf dem Weg zu REI. Unsere mehrfach geflickte Isomatte ist jetzt total hinüber. Wir brauchen Ersatz, und das sofort, weil wir nachts im Auto schlafen. Zum Glück bekommen wir die richtige Matte im REI bei Salt Lake City. Schneller Kauf, schon sind wir 230,- Dollar ärmer. Anschließend müssen wir noch zum Flughafen, weil in unseren Unterlagen der falsche Abgabeort für das Auto eingetragen wurde. Telefonisch konnte das nicht geklärt werden, man soll doch bitte "mal eben" bei einer Vertretung der Leihwagen-Firma vorsprechen. Okay. Lästig. Aber wir fahren hin, und die Umschreibung klappt erstaunlich schnell beim Kundenservice. Trotzdem nervig, diese zeitraubenden Umwege und das ständige Erklären-Müssen. Zufällig entdecken wir auf der Suche nach einer Tankstelle "Domino's Pizza". 18.00 Uhr - das passt gut. Man gönnt sich ja sonst nichts. Danach fahren wir noch ein Stündchen weiter und runter von der Hauptstraße. Einen See lassen wir links liegen, denn da stehen einige Ferienhäuser. Beim Zulauf zum Blue Creek ist jeder erkennbare Weg zu Ende, das wird unser Platz für die Nacht.
Ein schöner Regenbogen und fette Moskitos um uns herum - Freud und Leid liegen dicht beieinander. Vor dem Schlafengehen haben wir noch eine lustige Begebenheit. Wir sind auf der Jagd nach Mücken, und dabei ergibt sich ein Gespräch mit dem Notruf-Service. Licht im Wagen ist an, die Mossis setzen sich natürlich auf die Lampe. Darunter ist der SOS-Knopf angebracht. So etwas gab es noch nicht, als ich 1980 meinen Führerschein gemacht habe. Aber in diesen neumodischen Leihwagen ist einfach alles automatisiert. Thomas haut auf die Lampe, um eine Mücke zu erledigen. Die kann entwischen. Aber es meldet sich eine freundliche Stimme aus dem Nichts und fragt besorgt, was denn passiert ist ..... Herzinfarkt ..... Unfall .... Zweimal versichern wir, dass es nur ein Versehen war und alles in Ordnung ist. Schönen Abend noch. Wir haben unseren Spaß damit.
Die Scheiben sind morgens total beschlagen, obwohl wir nachts die Fenster geöffnet hatten. Kein Wunder bei nur 4,5° Außentemperatur. Um 6.30 Uhr sind wir schon wieder unterwegs. Das Navi sagt : Noch etwa 12 Stunden reine Fahrzeit. Sprit ist in Utah so teuer wie nie zuvor. Wir tanken nicht voll, sondern hoffen auf bessere Preise im nächsten Bundesstaat. Gar nicht mehr lange, dann sollten wir in Idaho sein.
Die Gegend wird flach und ausgedörrt, da wo keine Rasensprenger laufen. Idaho ist ländlich geprägt, viel Ackerbau und Viehzucht. Neben der Interstate steht ein Wolf auf dem Feld. Zum Glück ist ein Weidezaun dazwischen, der eigentlich die Rinder schützen soll. Etwas später sehen wir ein halbes Dutzend Antilopen mit Jungtieren. Die könnten locker drüberspringen und auf die Fahrbahn laufen, hoffentlich bleiben sie hinter dem Zaun.
Und noch ein letztes Mal wechseln wir den Bundesstaat. Der Snake River bildet die Grenze zwischen Idaho und Oregon. Erneute Zeitumstellung , die letzte auf unserer langen Reise mit dem Auto. Wechsel von Mountain Time zur Pacific Time, die Uhr zeigt eine Stunde früher an. Gegen die Mittagsmüdigkeit möchten wir ein bisschen durch die rot-braunen Hügel laufen, sind aber ganz schnell wieder zurück beim Auto. Alles ist eingezäunt, die Wege sind unerreichbar. Abseits der Pfade haben wir innerhalb weniger Minuten die Schuhe und Socken mit Piekern gespickt. So macht das keinen Spaß. Morgen laufen wir mehr. Wir möchten zum Crater Lake.
Meine Güte, was ist das hier einsam ! Eine scheinbar endlose Straße führt immer geradeaus nach Westen. Internet gibt es schon lange nicht mehr. Keine Siedlung, keine Masten, kein Empfang. Da können wir uns jetzt langsam wieder dran gewöhnen. In ein paar Tagen werden wir auf dem PCT sein, da haben wir nur noch sporadisch Internet. Andauernd flitzen kleine Hörnchen über die Fahrbahn. Die scheinen ein bisschen lebensmüde zu sein, rennen immer dann los, wenn wir uns nähern. Zum Glück sind sie auch unheimlich schnell und vorbei, bevor unser Auto sie erreicht.
Ein riesiger National Forest rund um den Silver Lake bietet sich zum Übernachten an. Direkt am Eingang steht ein großes Schild, dass man sein Camp-Feuer gut löschen soll. Feuer machen wir natürlich nicht. Das hört sich nach einem erlaubten Stellplatz an. Wir fahren mehrere breite Wege ab und entdecken einige schöne Parkbuchten. Total einsam ist es hier. Nur einmal scheint etwas Blaues durch die Bäume, was man für ein Zelt halten könnte. Es ist eigentlich noch gar keine Saison zum Campen. Viel zu früh zum Schlafen stehen wir abgelegen im Wald.
In der Nähe haben wir einen Teich gesehen, an dem gegen Abend eventuell ein paar Wildtiere zu beoachten sind. Aber Fehlanzeige. Am Teich stehen nur einige Kühe herum. Beim Umherstreifen entdecken wir einen lange nicht mehr benutzten Jäger-Hochstand, eine Kompost-Toilette mit zerfetztem Vorhang sowie das Vorgängermodell ohne Klobrille und Sichtschutz. In der näheren Umgebung sind mehrere Fahrspuren und die Reste einer Party zu sehen. Wir werden nie verstehen, wieso die Leute mit vollen Flaschen und Dosen zu einem abgelegenen Platz fahren und dann ihren Müll nicht wieder mitnehmen. Es stört uns enorm. Kennen wir auch von den anderen Trails, diesen traurigen Anblick. Immer dann, wenn eine Straße oder ein Parkplatz in der Nähe sind .... Thru-Hiker machen das nicht. Überwiegend leere Bierdosen, wir finden aber auch drei volle Dosen. Laufen noch einmal zum Auto, um eine große Plastiktüte zu holen, und sammeln den Müll ein. Viel besser !
Am nächsten Morgen werden wir sehr früh wach. Nicht vom ersten Hahnenschrei, sondern vom lauten Rufen einer Kuh, dazu munteres Vogelgezwitscher. Es gibt Schlimmeres. Beim Kaffee-Kochen frieren mir fast die Finger ab. Das Wasser braucht ewig, bis es heiß ist. Die Temperaturanzeige vom Auto liefert die Erklärung. Draußen sind es nur 2,5°. Bei der Weiterfahrt durch das Waldgebiet geht es leicht bergauf, und die Außentemperatur fällt sogar auf 0°. Schnee auf den Gipfeln voraus. Hunderte von Kühen stehen zu beiden Seiten. Schön bunt sind die. Weiß, creme-farben, hellbraun, dunkelbraun, schwarz oder gescheckt. Beinahe jede Kuh hat ein bis zwei Kälbchen an der Seite.
Vor rund 7700 Jahren brach der Mount Mazama aus und fiel anschließend in sich zusammen. Nach dieser Eruption entstand das Becken des Crater Lake und füllte sich über die Jahrhunderte mit Regenwasser und Schnee. Es gibt keinen Zufluss und keinen Ablauf. Die Höhe des Wasserspiegels stellt sich durch das Gleichgewicht von Niederschlägen und Verdunstung ein. Bekannt für seine tiefblaue Farbe und sein kristallklares Wasser, ist er mit 593 Metern der tiefste See der USA.
Noch vor 8 Uhr erreichen wir den Süd-Eingang vom Crater Lake National Park. Wieder 30,- Dollar Eintrittsgeld, die man zu Fuß als PCT-Hiker nicht entrichten muss. Letztes Jahr waren wir im August hier mit Shirts und T-Shirt. Heute laufen wir mit Daunenjacken los. Die Schneestangen zu beiden Seiten der Straße sind 5 Meter hoch. Wir frühstücken oberhalb des Kratersees auf 2400 Meter Höhe.
Ungefähr auf der Hälfte der Strecke blockiert ein deutliches Verbotsschild den weiteren Weg. Der Trail ist ab hier gesperrt. Auf einem Zettel wird die empfohlene Umleitung über die Straße beschrieben. Thomas läuft einfach weiter. Frei nach dem Motto : Ich kann selber beurteilen, was gefährlich ist. Ich kann plötzlich auch kein Englisch mehr und folge ihm.
Am Abzweiger zum zweithöchsten Berg "Watchman" drehen wir um. Der Weg zum Gipfel sieht steil aus und hat sehr viel Schnee. Das möchten wir nicht riskieren. Wir sind jetzt schon 5 Wochen raus und haben keine Hiker-Beine mehr. Ganz schön anstrengend, dieses ständige Auf und Ab.
Gegen Mittag wird es voller auf der Rim. Thomas hat für heute genug, also zurück zum Auto und nach Mazama Village. Das ist ein Campingplatz mit angegliedertem Laden, Restaurant und einer Zapfsäule. Thru-Hiker dürfen kostenlos übernachten und duschen. Letztes Jahr haben wir Houdini hier getroffen und nebeneinander gezeltet. Heute trinken wir nur einen Kaffee, essen ein Eis und nutzen das Internet. Tanken müssen wir, es soll aber nicht zu viel sein, weil wir woanders auf günstigere Preise spekulieren. Das gibt wieder eine tolle Lachnummer : Thomas muss am Tank-Automaten einen Betrag eingeben. Er tippt "25" ein. Nach einer halben Minute sperrt der Zapfhahn, und es kommt kein Benzin mehr. Auf der Quittung für die Buchführung sehen wir, dass wir für 0,25 Cent getankt haben. Sowas macht uns Spaß, darüber lachen wir noch in 10 Jahren. Man hätte den Betrag mit Nullen eintippen müssen. Also der nächste Versuch mit "2500".
Später am Tage fahren wir noch einmal bis zur Aussichtsterrasse am Watchman Mountain. Von hier sieht aus hat man den besten Blick auf Wizard Island, ein aus dem Krater gewachsenes Inselchen, das aus dem Crater Lake ragt. Es ist die Spitze eines versunkenen Vulkans, dessen weitaus größter Anteil unter Wasser liegt.
Auf der Nordseite gibt es noch unglaublich viel Schnee. Neben der Straße stapelt sich die kompakte Masse über einen Meter hoch. Durch den Nordeingang verlassen wir den Nationalpark und kommen an eine Kreuzung vom PCT. Daran können wir uns noch sehr gut erinnern.
Ab jetzt dürfen wir uns einen Platz für die Nacht suchen. Nur zwei Waldwege weiter parken wir in einer Nische zwischen hohen Bäumen. Wieder alleine, denn die Camping-Saison hat noch nicht begonnen. Es ist fantastisch ruhig. Nur die Moskitos nerven. Seit drei Tagen werden es immer mehr. Wir hatten damit gerechnet. Der Schnee ist gerade erst geschmolzen, und jetzt im Frühling kommen die Mossis aus ihren Löchern.
Am nächsten Morgen ist es nur ein kurzer Weg bis zum Crater Lake. Wir sind wieder sehr früh dran. Das Kassenhäuschen ist noch nicht besetzt. Kein Auto auf der Straße, keine Menschen zu sehen. Start am Aussichtspunkt beim Watchman, diesmal wandern wir in die andere Richtung. Der Weg verläuft überwiegend auf den Nordflanken, die wenig von der Sonne beschienen werden.
Solche Schneemassen hatten wir nicht erwartet. Dreiviertel unserer Strecke liegt unter Schnee verborgen, der morgens früh noch sehr hart und eisig glatt ist. Etliche Traversen am gefrorenen Hang sind anspruchsvoll. Das müssen wir erst mal wieder üben. Der Trail ist die meiste Zeit nicht erkennbar, keine Spuren zu sehen. Niemand läuft hier zu dieser frühen Zeit. Am Endpunkt können wir den Crater Lake aus einer anderen Perspektive bewundern. Was für ein einzigartiges Natur-Phänomen ! Das Wasser ist tiefblau und so klar, dass sich der Kondensstreifen eines Flugzeugs auf der Wasseroberfläche spiegelt.
Unser Rückweg zum Auto ist einfacher, weil die Sonne die Oberfläche vom Schnee inzwischen etwas griffiger gemacht hat. Außerdem haben wir eine ungefähre Ahnung davon, wie der Weg verläuft. Zum Teil finden wir auch unsere eigenen Spuren wieder. Herrliche Stille, klare Luft und Sonnenschein auf unserer Schnee-Wanderung. Einsamkeit pur, keine Menschenseele unterwegs. Die Leute sitzen wohl noch bei Eiern und Speck oder im Auto. Frühes Aufstehen lohnt sich immer. Das ist für uns der einzige Weg, solche großartigen Landschaften zu entdecken und trotzdem den Rummel zu vermeiden, den solche Plätze mit sich bringen.
Im Visitor-Center läuft ein 20-minütiger Film über die Entstehungsgeschichte von Crater Lake und Wizard Island. Den sehen wir uns zum Abschluss an, weil uns auch der Film über das Präsidenten-Monument gut gefallen hat. Schöne Bilder und sehr interessant. Um 11.00 Uhr sind wir fertig im Nationalpark und machen uns auf den Weg nach Medford, wo wir das Auto abgeben müssen. Keine Krücken mehr. In zwei Tagen werden wir auf dem PCT starten.
Unser Road Trip begann in Phoenix/Arizona. Seit dem Abbruch des Arizona Trails sind wir 13.000 Kilometer von der Westküste der USA bis zur Ostküste, dann ganz hoch in den Norden und wieder zurück an die Westküste gefahren. Dabei haben wir den CDT in Colorado berührt, den AT in Virginia ausgiebig gefeiert, sind in Wyoming auf dem CDT gelaufen und haben vorgestern den Anschluss zum PCT in Oregon gefunden. Bis zum Herbst möchten wir die ausgelassenen 600 Meilen auf dem PCT und danach den Rest vom Arizona Trail laufen. Damit würde sich der Kreis schließen. Vielleicht ist das im Moment Wunschdenken, aber versuchen werden wir es auf jeden Fall.
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